Janet Rosenberger - Coaching – Reitunterricht – Sicherheitstraining
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WAZ Dorsten 02.07. 2006

Die Fehler macht der Mensch

Pferdeflüsterin Janet Rosenberger leitet Seminar in Lembeck: Das Tier muss wissen, wer der Boss ist. Wunder kann die Trainerin nicht vollbringen, denn die Halter haben ihr Verhalten zu ändern.

Janet Rosenberger im SeminarLembeck. "Die Erwartungshaltung vieler Reiter ist sehr groß", stellt Janet Rosenberger fest: Wunder kann die Pferdeflüsterin aus Datteln nicht vollbringen, aber das oft gestörte Verhältnis zwischen Mensch und Tier entscheidend verbessern.

15 Teilnehmer ("das ist der Durchschnitt") besuchten am Samstag auf dem Gelände des Reitvereins St. Michael in Lembeck ihr Basis-Seminar zum stressfreien Umgang mit Pferden. Sechs Schüler hatten ihre Pferde mitgebracht, die anderen Teilnehmer waren als Zuschauer dabei.

Das Problem sei nämlich immer das gleiche und das mache ihre Aufgabe im Grunde einfach, erklärt Rosenberger: "Der Fehler liegt in der ungeklärten Rangordnung." Der Mensch müsse klarmachen, dass er bestimme: "Was der Boss sagt, wird gemacht. Wir vermenschlichen zuviel auf das Pferd", stellt die Expertin grundsätzlich fest.

In den unterschiedlichsten Weisen äußerte sich dieser Konflikt bei ihren Schülern in Lembeck: Ein junges Mädchen hatte Angst vor seinem Pferd ("das kann gefährlich werden"), ein anderes Tier ließ sich nicht anfassen und anbinden, fehlender Respekt und Gehorsam waren weitere Stichworte. Rosenberger zuversichtlich: "Das können wird heute hinkriegen."

Zunächst klärte sie mit ihren Schülern die Ursachen, denn: "Sie müssen das später selber machen." Ein Grundirrtum sei zu glauben, das Pferd mache alles falsch. Ihr Vorgehen beim Praxisteil am Nachmittag folgte stets dem gleichen Schema ("ich habe keine spezielle Methode"): Erst das Pferd streicheln und entspannen ("nur so bekommt man von ihm etwas"), dann am Zügel führen und stoppen. Wenn das Tier weiterlaufe oder sogar seine Hinterbeine (seine Waffe) zum Menschen drehe, fehle es an Respekt vor ihm. Nonverbale Kommunikation setzt Rosenberger bei ihren Trainings ein: Dabei ahme sie das Leittier nach. Erst am Nachmittag steigerte sie das Pensum und ließ die Tiere einen "Gelassenheitsparcours" laufen (am Boden wie im Sattel), bei dem die Pferde auch auf potenzielle Bedrohungen ruhig reagieren sollten.

Für ihre Arbeit gebe es keine staatlich geprüfte Ausbildung, betont Rosenberger, die sich intensiv mit Tierpsychologie und der Ethologie (der Verhaltenswissenschaft des Pferdes) beschäftigt hat. Der bekannte Pferdeflüsterer Heinz Welz half ihr beim praktischen Umsetzen ihres Wissens. Seit 2005 ist Rosenberger mit ihren Seminaren in NRW unterwegs, Anfragen gab es aber auch schon aus Süddeutschland und Österreich.

Dabei muss sie auch stets im Blick haben, ob das Tier eine Unart zeigt, eine ernste Krankheit hat oder schlicht darunter leidet, dass der Sattel nicht richtig sitzt. Dann kann sie Empfehlungen geben, "sonst mache ich alles komplett selbst". Aber auch diese Erfahrung hat Rosenberger gemacht: "Stell´ Dein Pferd auf die Wiese", riet sie klipp und klar einer Halterin, die mit einem zweijährigen Tier Turniere reiten wollte. Und: 20 Prozent ihrer Seminarteilnehmer erreicht sie nicht, hat Rosenberger festgestellt. Gerade bei ängstlichen Reitern bleibe die anfängliche Skepsis erhalten, sagt sie. "Mach mal" sei die Devise vieler anderer: Sie erwarteten, dass Rosenberger die Probleme schnell an einem Tag löse und sie als Reiter gar nichts ändern müssten.

Viel theoretischen Stoff bekamen die Teilnehmer am Vormittag, "die Schüler sind am Abend total fertig", weiß Rosenberger. Aber ihre Seminare in Tagesform bietet sie bewusst an: "Wir konzentrieren uns auf das Wesentliche." rtl

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